Deutschland debattiert gerade mit der CO2-Bepreisung in den Sektoren Verkehr, Wärme und Landwirtschaft, die nicht dem Emissionsrechtehandel unterliegen, über etwas, dessen Inhalt die meisten Deutschen vermutlich nicht verstehen beziehungsweise in den falschen Hals bekommen. Das legt eine am Freitag veröffentlichte repräsentative Umfrage des Instituts Innofact nahe. Auftraggeber waren die bundesweit vertrieblich tätigen Stadtwerke Flensburg. Sie wollen mit Umfragen ihren Markenauftritt medial verstärken.
Demnach wissen 53 Prozent der gut 1000 befragten Erwachsenen nicht oder nicht genau, was mit "CO2-Steuer" oder "CO2-Bepreisung" überhaupt gemeint ist. 60 Prozent äußern sich genauso ahnungslos über das Prinzip einer solchen Umlage oder Abgabe.
Flensburger raten zu "Aufklärungsarbeit"
Vor allem aber sind nur 28 Prozent davon überzeugt, dass die diskutierte klimapolitische Maßnahme tatsächlich den CO2-Ausstoß mindern wird, also die beabsichtigte Lenkungswirkung erzielt. Der große Rest ist sich nicht sicher oder glaubt ausdrücklich nicht an diesen Effekt.
Die Stadtwerke Flensburg kommentieren das Ergebnis so: "Das Prinzip der CO2-Steuer/-Bepreisung wird in erster Linie nur als weitere staatliche Abgaben gesehen. Eine umfangreiche Aufklärungsarbeit zum Prinzip und Nutzen" dränge sich daher auf.
Groko entscheidet im September
Die Große Koalition (Groko) will im September im Bundeskabinett über einen CO2-Aufschlag entscheiden. Dies bekräftigte Kanzlerin Angela Merkel (CDU) am Freitag. Umweltministerin Svenja Schulze (SPD) hatte Anfang des Monats ihre Vorschläge vorgestellt. Es folgte eine Vielzahl von Modellvorschlägen aus Verbänden, Denkfabriken und offiziellen politikberatenden Wissenschaftlergremien. (geo)
