Wie zahlreiche Erneuerbare-Energien-Verbände so fordert auch der Zentralverband Elektrotechnik- und Elektronikindustrie (ZVEI) Nachjustierungen beim vom Bundeskabinett verabschiedeten EEG-Entwurf für eine ambitionierte Sektorenkopplung und Schaffung von Flexibilitätspotenzialen.
Deshalb plädiert der ZVEI für eine Anhebung der Eigenverbrauchskapazitäten, die von der EEG-Umlage befreit sind, von derzeit 20 kW auf 30 kW. Denn gerade PV-Anlagen mit einer Erzeugungsleistung zwischen 20 kWp und 30 kWp – mit mehr als 10MWh Erzeugung pro Jahr – würden benötigt, um ein Wohngebäude in voller Sektorenkopplung mit Wärme und Elektromobilität mit Solarenergie zu versorgen, argumentiert der Verband.
ZVEI: Mehr Eigenverbrauch und Speicher zur Entlastung der Netze
"Die Möglichkeit, das PV-Potenzial des Gebäudes voll auszuschöpfen, ist ein wichtiger Impuls für die Marktdurchdringung von Elektromobilität. Das dadurch regelmäßig mögliche Laden mit Eigenstrom entlastet die Stromnetze, senkt deren Ausbaubedarf und damit auch den Anstieg der Netzentgelte. Dies wiederum ist ein wichtiger Beitrag, um den Strompreis nicht weiter steigen zu lassen und somit unattraktiver gegenüber anderen Energieträgern zu machen", unterstreicht der ZVEI.
Stärkere Impulse sollte das neue EEG auch für Stromspeicher setzen, fordert der ZVEI in einer Pressemitteilung. Denn sie könnten dabei helfen, Angebot und Nachfrage auszugleichen und die Stromnetze zu stabilisieren.Doch leider biete der aktuelle EEG-Entwurf keine Lösung für die Doppelbelastung der der Energiespeicher an. In der Praxis würden weiterhin oft Stromflüsse zweifach mit EEG-Umlage belastet. Hier brauche es dringend praxisnahe Lösung, um Stromspeicher nicht zu benachteiligen, fordert der ZVEI Richtung Gesetzgeber.
Breiter Forderungskanon an den Gesetzgeber
Im Halbstundentakt meldeten sich am Freitag vor Beginn der ersten EEG-Lesung im Bundestag weitere Verbände zu Wort, so der Bundesverband Windenergie (BWE), der Bundesverband Kraft-Wärme-Kopplung (B.KWK), der Bundesverband Erneuerbare Energie (BEE) , der Bund für Umwelt- und Naturschutz Deutschland (BUND), das Bündnis Bürgerenergie (BBEn) oder das Hauptstadtbüro Bioenergie.
Neben branchenspezifischen Forderungen wie der Erhöhung der Gebotshöchstwerte in Ausschreibungen für Bestands-Biogasanlagen, gibt es mehrere große Kritiklinien, die schon mehrfach vorgebracht wurden: So der Ruf nach höheren Ausbaupfaden für die erneuerbaren Energien, Abbau von Hemmnissen für den Eigenverbrauch und der Stärkung der Teilhabe von Bürgern, verlässlichen Regeln für das Repowering von Anlagen oder dem Verzicht auf eine Smart-Meter-Pflicht für Kleinstanlagen ab 1 Kilowatt
"OnHour zur EEG-Novelle" vor dem Bundestag
Erstunterzeichner und Initiatoren des Appells "Klimapolitik als Bürgerbewegung gestalten", hinter dem der BEE, der BUND und der BBEn stehen, versammeln sich am Freitag vor dem Bundestag. Im Rahmen der Veranstaltung „OnHour zur EEG-Novelle!“ soll die Bundestagsdebatte dort live nach außen übertragen werden. Im Anschluss soll die Debatte analysiert und kommentiert werden, heißt es in einer gemeinsamen Presseerklärung der beteiligten Verbände. (hcn)
Die Debatte im Plenum des Bundestags kann hier live mitverfolgt werden.



