Mit einem umfassenden Programm will der bayerische Umweltminister Thorsten Glauber (Freie Wähler) die zukünftige Wasserversorgung sichern. «Es ist ein unglaublicher Reichtum, den wir in Bayern haben, und diese natürliche Ressource gilt es zu schützen», sagte Glauber am Mittwoch in einer Regierungserklärung im Landtag.
Das Programm «Wasserzukunft Bayern 2050» sei ein Generationenprojekt, in das eine Summe von einer Milliarde Euro bereitgestellt wird. Das Geld soll insbesondere in den Aufbau von mehr Personal fließen. „Ein Klimafaktor für das wasserwirtschaftliche Personal von mindestens zwanzig Prozent wäre nicht nur klug, sondern auch notwendig“, stellte Glauber fest.
Schutzgebiete schneller ausweisen
Zunächst umfasse das Programm den Aspekt der Wasserspeicherung, sagte der Umweltminister. «Wir sind auf dem Weg zum Grundwassernotstand, das muss jedem klar sein», warnte Glauber. Natürliche Wasserspeicher wie Moore, Böden und Wälder müssten regeneriert werden: «Unser Boden ist trocken wie Knäckebrot.» Außerdem müsse die Wasserverteilung durch intelligente Konzepte nachhaltig geregelt werden.
Als weitere Säule des Programms nannte Glauber den Schutz des Wassers. Dieser umfasse etwa einen «Verantwortungspakt», der an die vor Ort Beteiligten appelliere, die Verfahrensdauer bei der Überarbeitung von Wasserschutzgebieten zu beschleunigen. Auch die Senkung der Nitratbelastung im Boden sei ein wichtiger Punkt.
Wasserversorgung muss kommunal bleiben
Darüber hinaus müsse grundsätzlich auch ein größeres Bewusstsein für Wasser und das Sparen von Wasser geschaffen werden, betonte Glauber. So müsse das Verständnis früherer Generationen, dass Wasser ein kostbares Gut sei, wieder präsenter werden. Zudem sei es wichtig, das Thema auch gesamtstaatlich anzugehen. Zwar sei das "wichtigste aller zehn Gebote ist für mich deswegen das elfte: Du sollst die Wasserversorgung in kommunalen Händen lassen", stellte der Minister in der Regierungserklärung fest. Aber es brauche auch eine «Nationale Wasserstrategie», forderte der Minister.
Ein Teilprojekt des Wasser-Programms ist das „Zukunftskonzept zur Fernwasserversorgung“. Dazu gehört eine Aufnahme des Status quo, Prognosen des Bedarfs bis 2050 und die bessere Vernetzung der Fernwasserleitungen. Geplant ist auch eine zusätzliche Fernwasserleitung „West“, mit der die Versorgung der von Wassermangel betroffenen Region Franken verbessert werden sollen. Neue Partnerschaften mit Baden-Württemberg, Thüringen und Sachsen sollen geprüft werden. Derzeit erstellt das bayerische Umweltministerium außerdem die „Wasserversorgungsbilanzen 2050“, um herauszufinden, ob jede Stadt und jedes Dorf im Jahr 2050 noch genug Trinkwasser haben wird. (hp/dpa)
