Norbert Müller, Projektleiter bei NATURSTROM AG vor einer Dach-PV-Anlage im Domagkpark in München. Für dieses Projekt haben die Düsseldorfer bereits vor zwei Jahren mit der Bürgerenergiegenossenschaft BENG zusammengearbeitet.

Norbert Müller, Projektleiter bei NATURSTROM AG vor einer Dach-PV-Anlage im Domagkpark in München. Für dieses Projekt haben die Düsseldorfer bereits vor zwei Jahren mit der Bürgerenergiegenossenschaft BENG zusammengearbeitet.

Bild: © Naturstrom AG

Verbraucher in Deutschland unterstützen grundsätzlich die Energiewende, wünschen sich aber eine zügigere Umsetzung sowie finanzielle Entlastung. Das zeigt eine repräsentative Umfrage im Auftrag des Verbraucherzentrale-Bundesverbands (VZBV). Die Bundesregierung könne dies in der anstehenden Novellierung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) umsetzen, heißt es in einer Pressemitteilung.

Demnach untersützten vier von fünf Befragten (80 Prozent) das Ziel der Energiewende. Also den Ausstieg aus der Atomenergie und die langfristige Energieversorgung mit erneuerbaren Energien bei weitgehendem Verzicht auf fossile Brennstoffe wie Öl und Gas.

Geschwindigkeit beim Ausbau

Gleichzeitig dauert gut jedem Zweiten die Umsetzung der Energiewende zu lange: 53 Prozent seien eher oder sehr unzufrieden mit dem Ausbautempo.

Außerdem unterstützten 61 Prozent der Befragten vergünstigte Bürgerstromtarife bei der Errichtung von Windkraft- oder Solarfreiflächenanlagen für Verbraucher vor Ort. Das gelte selbst dann, wenn diese Vergünstigungen von allen Stromkunden mitfinanziert werden müssten.

Bereitschaft für Mieterstrom

Im Rahmen der EEG-Novelle könnte zudem der Stellenwert von Mieterstrom erhöht werden, so der Verband. Viele Mieter in Mehrfamilienhäusern würden Mieterstrom nutzen (82 Prozent), sofern dieser sich auch rechne. 67 Prozent der Mieter würden sich nur für Mieterstrom entscheiden, wenn das Angebot kostengünstiger ausfalle als die aktuellen Stromverträge.

Deshalb müssten die Bedingungen für Mieterstrom geändert werden, damit Bewohner von Mehrfamilienhäusern in der Breite davon profitieren könnten, so der VZBV. Dazu zählten die Gleichstellung von Mieterstrom und Eigenstrom, Quartiersansätze und die Entbürokratisierung für Mieterstrom bei kleinen Mehrfamilienhäusern bis sechs Wohnungen.

Finanzierung der EEG-Umlage

43 Prozent der Befragten sprachen sich zudem dafür aus, die Befreiung energieintensiver Betriebe von der EEG-Umlage künftig aus Steuermitteln zu finanzieren. Für 26 Prozent der Befragten komme nur eine Streichung der Befreiungen in Frage. Der VZBV fordert die Befreiungen aus Steuermitteln zu finanzieren und damit die EEG-Umlage substantiell zu senken. (jk)

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