Unter der Führung von Andreas H. hatten die Stadtwerke Zeitz über mehrere Jahre eine Loge im Stadion des Fußball-Bundesligisten Schalke 04 angemietet und dorthin einflussreiche Persönlichkeiten aus ganz Deutschland eingeladen. Laut Informationen der "Magdeburger Volkssstimme" (MV) soll der jährliche Budgetposten dafür mehr als 170.000 Euro betragen haben. Als das Ganze aufflog, wurde Andreas H. von den Stadtwerken Zeitz fristlos gekündigt, Anfang 2017 erstattete das Unternehmen Strafanzeige gegen ihn. Zwei Jahre hat nun die Staatsanwaltschaft Halle wegen des Verdachts auf Untreue und Vorteilsgewährung gegen den früheren Stadtwerkechef ermittelt. Nun hat sie Anklage gegen H. erhoben. Ob es zu einem Verfahren kommt, ist aber noch offen. Die Hauptverhandlung sei noch nicht eröffnet, teilte eine Sprecherin auf Anfrage der Regionalzeitung mit.
Zum Inhalt der Anklageschrift könne man keine Angaben machen, solange kein Zustellnachweis an den Angeschuldigten vorliege, präzisierte ein Sprecher auf ZfK-Anfrage. Andreas H. hatte die gegen ihn erhobenen Vorwürfe stets bestritten. Laut "MV" dürften einige Politiker und Unternehmer einem möglichen Verfahren mit Sorge entgegen sehen. Die sogenannte "Schalke-Affäre" kostete auch den früheren Chef der Investitionsbank in Sachsen-Anhalt, Manfred Maas, den Job. Er hatte sich ebenfalls von den Zeitzer Stadtwerken nach Schalke einladen lassen, dabei soll ihm in mindestens einem Fall auch das Hotelzimmer bezahlt worden sein.
Auch Polizisten ließen sich einladen
Maas bestritt wiederholt, dass es einen Interessenskonflikt zwischen seiner Tätigkeit als Bankchef und den Fußballreisen gegeben habe. Auch Andreas H. hat den früheren Bankchef mehrfach in Schutz genommen. Zu den Gästen der VIP-Lounge der Zeitzer Stadtwerke in der Veltins-Arena in Gelsenkirchen gehörten auch einige Polizisten. Sie wurden nach Bekanntwerden ihrer Besuche versetzt. (hoe)



