Das ohnehin schon große Interesse an Kommunalfinanzierungen werde infolge der Corona-Pandemie in den kommenden Monaten weiter steigen, prognostiziert Carl von Halem, Geschäftsführer des Münchner Fintechs Commnex. Städte und Gemeinden würden unter wegbrechenden Einnahmen leiden.
"Noch vor wenigen Wochen freuten sich viele Gemeinden über einen ausgeglichenen Haushalt. Jetzt müssen sie umschwenken und innerhalb kürzester Zeit ihre Finanzplanung neu aufstellen", sagt auch Dirk Schiereck von der TU Darmstadt. Er hat im Auftrag von Commnex das "Kommunal-Barometer 2020" erstellt. Für die Studie wurden mehr als 300 Experten aus Kommunen, kommunalen Unternehmen und Banken befragt.
Kommunen als gern gesehene Kunden
Demnach war die Kommunalfinanzierung für mehr als zwei Drittel der Banken schon vor der Corona-Krise ein attraktives Geschäftsfeld. Schiereck geht nun davon aus, dass Kämmerer unter dem Druck der komplett neuen Situation bei der Finanzierung neue Wege gehen werden.
Er sieht digitale Finanzierungsmarktplätze auf dem Vormarsch – und spricht damit naturgemäß auch von Halem aus dem Herzen. Digitale Marktplätze könnten dabei helfen, die Auswirkungen der für die Kommunen dramatischen Situation teilweise abzufedern, ist er überzeugt. Schließlich würden diese für "Transparenz, Effizienz und günstige Konditionen sorgen", so von Halem weiter.
Banken können sich breiter aufstellen
Die Banken wiederum hätten die Chance, ihren Kundenkreis zu erweitern. Zudem könnten sie über den Kommunalkredit hinaus weiteres Erlöspotential generieren. Rund die Hälfte der befragen Institute nutze bereits bereits jetzt die Möglichkeiten des Cross-Sellings anderer Finanzdienstleistungen im öffentlichen Markt. (amo)
