Blick auf die Eon-Konzernzentrale in Essen.

Blick auf die Eon-Konzernzentrale in Essen.

Bild: © Eon

Die britische Energieregulierungsbehörde Ofgem hat die Eon-Vertriebstochter Eon Next mit der Belieferung von insgesamt 233.000 Haushaltskunden der Enstroga, Igloo Energy Supply Limited und Symbio Energy beauftragt. Eon Next hat bereits die Belieferung übernommen. Alle drei genannten Gasanbieter haben aufgrund der jüngsten Preiskapriolen ihr Geschäft einstellen müssen.

In Großbritannien sind mittlerweile zahlreiche, vor allem kleinere Energieanbieter in Schieflage geraten, weil sie sehr günstige Verträge angeboten hatten, einen Großteil der benötigten Liefermengen aber nicht langfristig über Termingeschäfte, sondern zu wesentlichen Teilen über den Spotmarkt bezogen hatten.  Aufgrund der massiven Preisanstiege der vergangenen Wochen funktioniert dieses Geschäftsmodell nicht mehr.

Kundenguthaben bei ehemaligen Versorgern sind geschützt

Mindestens 1,5 Millionen Menschen haben deshalb in Großbritannien ihren Versorger verloren, ihnen drohen nun deutlich höhere Gasrechnungen.

„Wir verstehen, dass diese Nachricht für Kunden beunruhigend sein kann, aber sie müssen sich keine Sorgen machen. Ihre Energieversorgung läuft wie gewohnt weiter, Kundenguthaben werden eingelöst“, erklärte Neil Lawrence, Director of Retail bei Ofgem laut einer Pressemitteilung. Sobald der Transfer zu Eon Next abgeschlossen sei, könnten sich Kunden bei Bedarf nach einem besseren Angebot umsehen.

Guthaben der Kunden bei Enstroga, Igloo Energy Supply Limited und Symbio Energy seien geschützt, zudem gelte auch mit Blick auf den neuen Versorger die 2019 geltende Preisobergrenze für Endverbrauchertarife, die massive Preisanpassungen verhindern soll. Eon hatte das defizitäre Vertriebsgeschäft in Großbritannien im Zuge des Eon-/RWE-Deals von Innogy übernommen, zuletzt konnten dort aber erste Restrukturierungserfolge vermeldet werden. (hoe)

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