Die Aloys Wobben Stiftung (AWS) und die EWE AG haben ihr Gemeinschaftsunternehmen für die Projektierung und den Betrieb von Onshore-Windenergieprojekten auf den Weg gebracht. Nach Zustimmung der Kartellbehörden konnte das neue Unternehmen "Alterric" seine Tätigkeit aufnehmen. An dem Gemeinschaftsunternehmen halten AWS (Alleingesellschafterin des Auricher Windenergieanlagenherstellers Enercon) und EWE jeweils 50 Prozent der Anteile. Ziel sei es, sich in den kommenden Jahren zu einem führenden Erzeuger von Grünstrom in Deutschland und Frankreich zu entwickeln und auch in weiteren Ländern zu wachsen, sagte Heiko Janssen, Vorstandsvorsitzender der AWS, auf der dazugehörigen Pressekonferenz am Montag.
Stefan Dohler, Vorstandsvorsitzender EWE AG, ergänzte dabei, weshalb neben der Bundesrepublik auch das Nachbarland attraktiv ist: "Frankreich besitzt ein großes Umsetzungspotenzial, weil bereits einige Enercon-Projekte dort in der Pipeline sind." Gleichzeitig würden sich die Franzosen unabhängiger von der Kernenergie machen wollen und alternative Wege suchen. "Aber auch um im europäischen und deutschen Zusammenhang wettbewerbsfähig zu sein, werden wir als tief regional verwurzeltes Unternehmen international denken und agieren", merkt der Vorstandsvorsitzende an.
2300 Megawatt installierte Leistung
Das Joint Venture startet mit rund 200 Beschäftigten, soll aber in Zukunft bis zu 300 Mitarbeiter umfassen. Alterric verfügt durch die Bestandswindparks und Onshore-Projekte der beiden Gesellschafter zum Beginn über mehr als 2300 Megawatt installierte Leistung. Darüber hinaus sind nochmal Projekte mit 9400 Megawatt Leistung, die noch umgesetzt werden. Ziel ist es, mehr als 200 Megawatt Zubau jährlich zu realisieren und den Bestand auf bis zu 5000 Megawatt in 2030 zu steigern. "Bis zum Jahr 2030 investieren wir hierfür vier Milliarden Euro", so Dohler.
Eigener Markenauftritt - unabhängiges Unternehmen
Neben der Erweiterung des eigenen Anlagenbestands in den Kernmärkten wird Alterric auch Kundenprojekte entwickeln. Zukünftig soll es seine eigene Vermarktungskompetenz entwickeln, aktuell sei aber geplant, dass die Quadra Energy die Direktvermarktung momentan übernimmt, erläutert Dohler.
Alterric agiert eigenständig und ist nicht in die Organisationsstrukturen der Muttergesellschaften eingebunden. Für das Unternehmen wurde dementsprechend eine eigene Marke entwickelt, die sich bewusst vom Erscheinungsbild unterscheidet. Bei der Realisierung seiner Projekte verfolgt das Joint Venture einen herstellerunabhängigen Ansatz: "Die Zukunft liegt darin, dass es den Ausbau und das Betreiben eigenständig und unabhängig durchführt", so Janssen. Die unternehmerische Führung liegt bei EWE, den Vorsitz des Aufsichtsrates stellt die AWS. In der jetzt beginnenden Startphase werden Jan-Knut Brune und Urban Keussen übergangsweise als Geschäftsführer des Gemeinschaftsunternehmens fungieren. (gun)



