Aufgrund der gestiegenen Kosten für Energie und Infrastruktur erhöhen die Stadtwerke Krefeld (SWK) ihren Strompreis. In der Grundversorgung kostet die Kilowattstunde (kWh) Strom ab dem 1. März 41,48 Cent, statt wie bisher 37,50 Cent/kWh. Grundversorgte Gaskundinnen und -kunden erwartet dagegen keine Preiserhöhung.
Der Versorger begründet den Schritt zum einen mit den weiter hohen Beschaffungskosten, verweist aber auch auf politische Entscheidungen. So hat die Bundesregierung zum Beispiel die Energiepreisbremsen früher auslaufen lassen, weil ihr nach einem Urteil des Bundesverfassungsgerichts kurzfristig Milliarden fehlten.
Laufzeitverträge günstiger
Aus demselben Grund stiegen auch die Stromnetzentgelte zum Jahreswechsel stärker als angenommen. "Diese Preisbestandteile können wir als SWK nicht beeinflussen. Steuern, Abgaben und Stromnetzentgelte werden über den Strompreis an die Kunden weitergereicht", bedauert Smail Zarouali, von der SWK Energie. Der Bereichsleiter Privat- und Gewerbekundenvertrieb wirbt dafür, in günstigere Sondervertragsprodukte mit einer Preisgarantie von 24 Monaten zu wechseln.
Auch Fernwärmepreis steigt
Bereits seit dem 1. Januar gilt außerdem bei der Fernwärme ein Arbeitspreis von 8,57 Cent/kWh und ein Jahresleistungspreis von 34,06 Euro/kW. Zuvor waren es 7,01 Cent/kWh beziehungsweise 32,97 Euro/kW. Dieser Anstieg sei jedoch indexbezogen, betonen die Stadtwerke. Zum Beispiel ist der Leistungspreis abhängig vom Lohnniveau, das im Vergleich zum Vorjahr gestiegen sei.
Dass es demnächst günstiger werden könnte, glaubt SWK-Vorstandssprecher Carsten Liedtke indes nicht. Nicht nur wegen der aktuell hohen Beschaffungs- und sonstigen Kosten. Sondern auch wegen der durch die Energiewende notwendigen Investitionen in den Ausbau der Strom- und Wärmenetze und die Erzeugung. Den Betrag für Krefeld beziffert Liedtke auf "deutlich über eine Milliarde Euro".
Warnung vor Billiganbietern
Vorstandssprecher und Bereichsleiter warnen zudem vor Billiganbietern, den sogenannten Energiediscountern, die auf günstige Tagespreise an der Börse spekulieren. Zu Beginn der Krise gingen einige dieser Anbieter Pleite oder kündigten ihren Kundinnen und Kunden. In der Folge mussten die örtlichen Grundversorger einspringen, was auch zu juristischen Auseinandersetzungen führte. (dz)
