Die Stadtwerke Krefeld haben die neue Heizzentrale für das Schulzentrum in Hilchenbach in Betrieb genommen.

Die Stadtwerke Krefeld haben die neue Heizzentrale für das Schulzentrum in Hilchenbach in Betrieb genommen.

Bild: © SWK

Der Konzernumsatz der Stadtwerke Krefeld AG (SWK) stieg um gut 14 Prozent auf 1,29 Mrd. Euro im Geschäftsjahr 2019 an. Das Wachstum gründet in der Einbeziehung der Quantum GmbH für ein ganzes Jahr in die Bilanz. Dafür wiederum sank der Konzernjahresüberschuss, wie im Vorjahr prognostiziert. Er beläuft sich 2019 auf 20,1 Mio. Euro, vorher waren es 34,1 Mio. Euro.

Diese Entwicklung basiert auf den Sondereffekten bei der Entsorgungsgesellschaft Niederrhein (EGN), ein niedrigeres Finanzergebnis und höhere Ertragssteuern. Positiv hervorzuheben ist, dass aber das Investitionsvolumen mit 123,3 Mio. Euro im Vergleich zum Vorjahreszeitraum mehr als verdoppelt wurde.

Einige Kennzahlen im Überblick

Umsatz Energie & Wasser

940,7 Mio. Euro (+15,8 Prozent)

Stromabsatz

1.826 GWh (-1,4 Prozent)

Gasabsatz

2.660 GWh (+14,1 Prozent)

Trinkwasserabsatz

12,27 Mio. m³ (-0,4 Prozent)

Umsatz im Verkehr

40,3 Mio.  Euro (-1,0 Prozent)

Fahrgäste

37,4 Mio. (-1,1 Prozent)

Umsatz Entsorgung

294 Mio. Euro (+12,5 Prozent)

Ergebnis für die Stadt Krefeld

Die Stadt Krefeld erhält eine Ausschüttung von 18,5 Mio. Euro und damit 3 Mio. Euro mehr als geplant. Das Gesamtergebnis für die Stadt Krefeld ergibt sich aus der Netto-Dividende in Höhe von 7,7 Mio. Euro und der Konzessionsabgabe in Höhe von 14,2 Mio. Euro. Mithin beläuft sich der Zufluss aus dem Geschäftsjahr 2019 auf 21,9 Mio. Euro und liegt damit leicht unter Vorjahresniveau (22,7 Mio. Euro), aber weiterhin auf dem Planniveau.

Die Stadtwerke zeigen sich im Bereich der erneuerbaren Energien als umtriebig: So liegt die Ökostrom-Quote des SWK-Konzerns bei 78 Prozent. "Grün" ist auch die Fernwärme der SWK. Der Primärenergiefaktor liegt bei null.

Fernwärme 3.0 und Machtbarkeitsstudie im Gange

Wie man die Fernwärmeversorgung in Krefeld noch effizienter betreiben kann, wird im Zuge des Projekts Fernwärme 3.0 umgesetzt, das 2019 gestartet ist. So sollen die Leitungen zur Wärmeverteilung angepasst werden. Hierfür ist ein schrittweises Absenken der Netztemperatur notwendig.

Auch der Bau eines großen Wärmespeichers und von Zwischenpumpwerken ist geplant, um die Volatilität besser steuern zu können. Parallel dazu wird sich mit einer Machbarkeitsstudie für eine Power-to-X-Anlage im Netzgebiet der NGN Netzgesellschaft Niederrhein beschäftigt. Erste Ergebnisse werden Ende 2020 erwartet.

Corona liefert viele Fragen - mit noch ungewissen Antworten

Die finanzielle Situation des Konzerns stellt sich weiterhin robust dar. Aber auch bei der SWK stand das Jahr 2020 bisher vor allem im Zeichen von Corona. "Die jüngsten Entwicklungen zur Pandemie des Corona-Virus stellen eine Krisensituation in einem nie gekannten Ausmaß dar. Es muss davon ausgegangen werden, dass die Corona-Epidemie 2020 spürbare Auswirkungen auf die Ergebnissituation des SWK-Konzerns haben wird", macht Carsten Liedtke, SWK-Vorstandssprecher, deutlich. Wie stark die wirtschaftlichen Auswirkungen sein werden, lässt sich zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht absehen.

Umsatz- und Ergebnisrückgänge zeichnen sich ab

Im Geschäftsfeld Energie und Wasser rechnen wir mit Umsatz- und Ergebnisrückgängen. "So erwarten wir Mengen- und Margenverluste im Gewerbe- und Geschäftskundenbereich in den Geschäftsfeldern Energie und Entsorgung sowie mittelfristig auch mit Folgen durch Insolvenzen von Unternehmen", erklärt Kerstin Abraham, SWK-Vorstand.

Im Geschäftsfeld Verkehr ist im Hinblick auf die Corona-Pandemie davon auszugehen, dass es zu größeren Umsatz- und Ergebniseinbußen kommen wird. Allein im April und Mai betrugen die Umsatzeinbußen aus dem Ticketverkauf jeweils rund 30 Prozent. Inwieweit sich die Situation in nächster Zeit normalisiert hängt von Umfang und der Dauer der staatlichen Beschränkungen und dem Kundenverhalten ab. Beides ist momentan schwer absehbar. (gun)

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