Bernhard Günther (r), Energiemanager, sitzt im Gerichtssaal neben seinem Anwalt Martin Meinberg.

Bernhard Günther (r), Energiemanager, sitzt im Gerichtssaal neben seinem Anwalt Martin Meinberg.

Bild: © Henning Kaiser/dpa

Die Säureattacke auf Spitzenmanager Bernhard Günther in Haan bei Düsseldorf wird den Bundesgerichtshof beschäftigen. Der Verteidiger des 42-Jährigen, der als einer der Attentäter in der vergangenen Woche zu zwölf Jahren Haft verurteilt wurde, habe gegen das Urteil Revision eingelegt, sagte der Sprecher des Wuppertaler Landgerichts am Freitag auf dpa-Anfrage.

Das Landgericht Wuppertal hatte den Belgier wegen absichtlicher schwerer und gefährlicher Körperverletzung verurteilt. Der Angeklagte hatte bis zum letzten Verhandlungstag seine Unschuld beteuert.

Handschuh als falsche Fährte

Der mittlerweile 55-jährige Spitzenmanager Günther war am 4. März 2018 in der Nähe seines Hauses in Haan bei Wuppertal von zwei Männern angegriffen, mit hochkonzentrierter Schwefelsäure überschüttet und schwer verätzt worden.

Am Tatort war ein Handschuh mit DNA-Spuren des Belgiers gefunden worden. Die Erklärung des Mannes, die Handschuhe seien ihm gestohlen und als falsche Fährte am Tatort platziert worden, überzeugte das Gericht nicht.

Anschlag durch Konkurrenten

Günther war zum Zeitpunkt des Anschlags Finanzvorstand der damaligen RWE-Tochter Innogy. Damals stand die Übernahme von Innogy durch Eon unmittelbar bevor.

Günther vermutet als Auftraggeber des Säureattentats eine Person in seinem damaligen beruflichen Umfeld, die ihn als Konkurrenten habe ausschalten wollen. (dpa/jk)

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