Der Energiekonzern Statkraft gab bei der E-World einen Ausblick auf 2024 (von links): Claus Urbanke, VP Wind, Solar & Storage Development, Stefan-Jörg Göbel, Country Manager Germany, Helge-Jürgen Beil, VP Hydrogen Germany und Sascha Schröder, VP Central European Origination.

Der Energiekonzern Statkraft gab bei der E-World einen Ausblick auf 2024 (von links): Claus Urbanke, VP Wind, Solar & Storage Development, Stefan-Jörg Göbel, Country Manager Germany, Helge-Jürgen Beil, VP Hydrogen Germany und Sascha Schröder, VP Central European Origination.

Bild: © Statkraft

Der norwegische Energiekonzern Statkraft will seine Gaskraftwerke in Deutschland vorerst weiterhin nutzen. Langfristig will das Unternehmen für diese auch die Umrüstung auf Wasserstoff prüfen. Auf die Frage, ob Statkraft sich mit den bestehenden Anlagen an Kapazitätsausschreibungen im Rahmen der Kraftwerksstrategie beteiligen würde, sagte Deutschland-Chef Stefan-Jörg Göbelauf der Energiemesse E-World in Essen:"Nach allem, was bislang zum Kapazitätsmarkt bekannt ist, gehe ich davon aus, dass wir uns auch bewerben." Die Bundesregierung hatte sich kürzlich auf eine neue Kraftwerksstrategie geeinigt, die Details sind aber noch offen.

Statkraft betreibt in Deutschland drei Gaskraftwerke und ist an einem weiteren Kraftwerk beteiligt, hinzu kommt eine Beteiligung in Norwegen. Die installierte Kapazität der Anlagen beträgt nach Unternehmensangaben rund 2,5 Gigawatt (GW). Der norwegische Staatskonzern hat sich vorgenommen, künftig nur noch in erneuerbare Energien zu investieren. Über die bereits existierenden Anlagen hinaus sind daher keine neuen Gaskraftwerke vorgesehen.

Pipeline von 2000 MW

Bei den Erneuerbaren wächst Statkraft derweil zügig. Der norwegische Staatskonzern gehört mittlerweile zu den zehn größten Onshore-Windparkbetreiber in Deutschland. "Darauf und auf unsere Projekt-Pipeline von nahezu 2000 MW sind wir mächtig stolz", sagte Claus Urbanke, Vice President Wind, Solar & Storage Development.

Im Laufenden Jahr will Statkraft das Augenmerk vor allem auf die Entwicklung des Repowering-Portfolios legen. Bei der Auswahl neuer PV-Anlagen wolle man künftiger jedoch selektiver vorgehen, sagte Urbanke weiter. Dabei spielten auch verfügbare Netzanschlüsse eine wichtige Rolle. Der Ausbau der Phovotoltaik hatte im abgelaufenen Jahr in Deutschland die Zielvorgaben der Bundesregierung deutlich übertroffen, wodurch die Netzinfrastruktur immer häufiger zum Nadelöhr gerät.

PPAs mit Speicher-Kombination

In der Vermarktung plant Statkraft für 2024 mit PPAs, die Anlagen zur Erzeugung von Grünstrom mit Batterien kombinieren. Zudem will das Unternehmen den Betreibern von Batterien vollautomatisierte Algorithmen für den Dispatch zur Verfügung stellen, wie Sascha Schröder, Vice President Central European Origination, ausführte. Für das eigene Solar-Speicher-Kombiprojekt Zerbst in Sachsen-Anhalt will Statkraft in Kürze die finale Investitionsentscheidung treffen.

Mittelfristig will Statkraft zudem zu den Top Zehn-Herstellern von grünem Wasserstoff in Deutschland zu gehören. "Die Vorbereitungen zum Pilotprojekt am bestehenden Kraftwerkstandort in Emden mit einer Erzeugungsleistung von anfangs 10 MW laufen, mit der Inbetriebnahme rechnen wir 2026", sagte Helge Beil, Vice President Hydrogen Germany. Bis Ende des Jahrzehnts soll dort ein Groß-Elektrolyseur mit etwa 200 MW Leistung an das zukünftige Wasserstoffkernnetz angeschlossen werden. Abnehmer seien dann Tankstellen und Industrie. Auch soll der in Emden erzeugte Wasserstoff künftig an den Großhandelsmärkten verkauft werden. (jk)

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