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Der Plan, den Energieversorger Steag unter dem Dach der RAG-Stiftung zu sanieren und attraktiv für einen Verkauf zu machen, stammt von Michael Vassiliadis, dem einflussreichen Chef der Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie (IGBCE). Bis zuletzt hatte er sich dafür eingesetzt und hinter den Kulissen dafür geworben. Letztlich war das Bankenkonsortium gegen die Stiftung als Treuhänder. Entsprechend enttäuscht reagierte er auf das Scheitern des Treuhänder-Modells mit der Stiftung und übte dabei auch deutliche Kritik an den kommunalen Steag-Gesellschaftern.
„Die von den Eigentümern verursachte Unterfinanzierung der Muttergesellschaft KSBG hat der Steag in den letzten Jahren bereits viel Kraft für eine Neupositionierung in der Energiewende genommen. Das bislang geeinte Konzept, das eine politische, wirtschaftliche und soziale Balance garantierte, wurde aufgegeben“, heißt es in einem Statement des IGBCE-Vorsitzenden, das die Presseabteilung der Gewerkschaft auf Anfrage verschickt. Als erstes hatte die Westdeutsche Allgemeine Zeitung darüber berichtet. In der KSBG sind die Anteile der sechs kommunalen Steag-Gesellschafter gebündelt. Neben Dortmund, Bochum, Essen und Duisburg gehören dazu auch Oberhausen und Dinslaken.
Vassiliadis: "Probleme der KSBG nicht auf dem Rücken der Beschäftigten abladen"
Nun sei unklar, was die neue Architektur der Sanierung der KSBG durch einen ausgewiesenen Insolvenzverwalter für die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer der Steag und die Steag bedeuten werde, so Vassiliadis weiter. „Wir werden bei den öffentlichen Eigentümern darauf drängen, Probleme der KSBG und der Kommunen nicht auf dem Rücken der Beschäftigten abzuladen“, so der Gewerkschafter, der dabei vor allem die Zukunft der rund 6000 Steag-Arbeitsplätze weltweit im Blick hat.
In kommunalen Kreisen wird diese Kritik als einseitig und unverhältnismäßig eingestuft. Die in der Vergangenheit oft zerstrittenen kommunalen Eigentümer seien sich in diesem Fall einig gewesen, ihre Anteile an die RAG-Stiftung zu übertragen, ist aus verschiedenen Quellen zu hören. „Wir waren von diesem Weg überzeugt“, heißt es. Die Aufsichtsräte und die Räte der jeweiligen Städte hatten diesem Vorgehen zugestimmt. Letztlich hätten sich die Banken quergestellt.
Neuer Treuhandvertrag bis Ende Oktober?
Jetzt geht das Prozedere wieder von vorne los. An der Treuhänderidee wird nicht gerüttelt. Die Gespräche mit potentiellen Kandidaten laufen, heißt es. In Frage kämen unter anderem auf die Treuhand-Thematik spezialisierte Beratungshäuser. Hat man sich für einen neuen Treuhänder entschieden, müssen die Aufsichtsräte und jeweiligen Stadträte dem erneut zustimmen. Bis Mitte/Ende Oktober könnte man ein neuer Treuhandvertrag und Dach und Fach sein, ist zu hören. Die Konsorten könnten dabei künftig sogar ein wenig mehr Einfluss haben als bei der geplanten Kooperation mit der RAG-Stiftung.
Interessant dürfte jetzt die für den September erwartete Vorstellung der Steag-Bilanz für 2020 werden. Erst dann wird es belastbare Zahlen geben, wie der Konzern tatsächlich finanziell da steht. In den letzten Wochen verbreitete die Steag aufgrund von Unternehmensverkäufen, einer Vielzahl von Zuschlägen bei Stilllegungsauktionen und einer verbesserten Liquditätslage vorsichtigen Optimismus.
Um das Unternehmen attraktiv für neue Käufer zu machen, muss das neue Steag-Geschäftsmitglied, der Restrukturierungsexperte Ralf Schmitz, die angestrebte Transformation vom einstigen Kohleverstromer hin zu einem Unternehmen mit Fokus auf erneuerbaren Energien konsequent weiter vorantreiben. Am grundsätzlichen Ziel der kommunalen Gesellschafter hat sich trotz des Scheiterns des Treuhänder-Modells mit der RAG-Stiftung nichts geändert: Bis 2023 soll die Steag erfolgreich saniert sein und sich über den Verkauf der Anteile ein marktgerechter Erlös erzielen lassen. (hoe)



