Trotz eines Jahresgewinns von fünf Mio. Euro in 2018 sieht die Geschäftsführung der Stadtwerke Saarbrücken das Unternehmen vor großen finanziellen Herausforderungen. Der Grund sind die zu erwartenden Defizite im ÖPNV und im Bäderbereich in den kommenden Jahren. Man werde es nicht schaffen, Fehlbeträge aus diesen Sparten in Höhe von 17 oder 18 Mio. Euro wegzustecken, zitiert die "Saarbrücker Zeitung" Geschäftsführer Peter Edlinger. Dieses Geld werde aber benötigt um künftig die Verluste bei Saarbahn, Bussen und Bädern auszugleichen. Der Grund hierfür liegt vor allem im ÖPNV. Hier betrug das Defizit im vergangenen Jahr rund 10,8 Mio. Euro. Der Fehlbetrag wäre aber um sechs Mio. Euro höher ausgefallen, wenn nicht das Land eine kumulierte Zuschussnachzahlung für die Jahre 2015 bis 2018 für die Saarbahn überwiesen hätte.
Mehr Park-and-Ride-Angebote
Um dies aufzufangen, will das Unternehmen künftig bei den Personal- und Materialkosten ansetzen. Im laufenden Jahr seien so bereits 1,7 Mio. Euro durch Umstrukturierungen eingespart worden, bis Ende des Jahres sollen es zwei Mio. Euro sein. Dabei gehe es unter anderem, darum Dienstpläne so neu zu gestalten, dass Personal optimaler eingesetzt wird und man weniger Fahrzeuge und Sprit benötige.
Im Gegenzug soll der ÖPNV aber auch noch attraktiver gemacht werden, beispielsweise durch punktuelle Auftstockungen des Park-and-Ride-Angebots. Das Ziel: Mehr Berufspendler dazu bewegen, auf ihrem Arbeitsweg auf Bus und Bahn umzusteigen. Auch in die Bäder müsse weiterhin investiert werden. "Wenn all das weiterhin ohne Zuschüsse aus der Stadtkasse funktionieren soll, müssen wir alle dafür werben, dass Land und Bund mehr Geld für den ÖPNV bereitstellen", betonte Edlinger. (hoe)
