Als künftiger Minderheitsgesellschafter der EWE will der französische Investor Ardian den Oldenburger Energiekonzern inhaltlich weiterentwickeln und hierzu sein industrielles Know-how einbringen. "Wir werden dem Vorstand der EWE nicht ins Lenkrad greifen. Das Management hat völlige Handlungsfreiheit. Wir stehen hinter seiner Strategie", versichert Andreas Radmacher, Operativer Partner des Fonds im Interview mit der ZfK. Ardian will 26 Prozent der Anteile an EWE übernehmen, das Bundeskartellamt muss der Vereinbarung noch zustimmen.
Ardian sehe seine Rolle in der Partnerschaft mit EWE in erster Linie als "Sparringspartner für kritische Diskussionen, der den Vorstand mit seiner unternehmerischen Expertise" unterstütze, führte Radmacher weiter aus. Beispielsweise als Anlaufstelle für attraktive Projekte in den Bereichen Wind, Solar, Wasserkraft, Verteilnetze und Telekommunikation. "Wir bekommen viele solcher Vorhaben auf den Tisch. Diese werden wir mit unseren Experten bewerten und EWE anbieten", erklärte Radmacher.
Viel Know-how im Erneuerbarenbereich
Der Infrastrukturfonds hat weltweit eine Erzeugungskapazität in Höhe von rund 3,3 GW im Portfolio. Dadurch besitze man eine sehr gute Datengrundlage, um die Werthebel bei der erneuerbaren Energieerzeugung besser verstehen und optimieren zu können. Von diesem Know-how könne EWE künftig profitieren. Auch mit dem Betrieb von Parkhäusern und Flughäfen hat Ardian über seine Beteiligungen viel Erfahrung. "Da geht es beispielsweise um die Messung von Personenenströmen und Bewegungsdaten mittels Sensorik oder die Ausbalancierung von Netzen", so Radmacher. Basierend darauf habe das Unternehmen komplette Mobilitätskonzepte entwickelt, mit denen sich auch für den neuen Partner aus Oldenburg große Mehrwerte erzielen ließen.
Partnerschaften mit kommunalen Unternehmen werden zunehmen
Mit Ardian beteiligt sich erstmals ein Infrastrukturfonds an einem mehrheitlich kommunalen Energieversorger. Solche Partnerschaften werden zunehmen, prognostizierte Michael Reuther, Direktor von Ardian, im Gespräch mit der ZfK. "Der Investitions- und Veränderungsbedarf auf kommunaler Seite ist hoch. Es besteht aber auch von Seiten der Investoren Interesse, sich an mehrheitlich kommunalen Versorgern zu beteiligen", sagte Reuther. (hoe)
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Das vollständige Interview mit den beiden Ardian-Verantwortlichen lesen in der Januarausgabe der ZfK. Diese erscheint am Montag, 13. Januar.



