Etwa 1600 Funkantennen werden laut der Versorger-Allianz 450 benötigt, um ein bundesweit verfügbares 450-MHz-Funknetz zu etablieren.

Etwa 1600 Funkantennen werden laut der Versorger-Allianz 450 benötigt, um ein bundesweit verfügbares 450-MHz-Funknetz zu etablieren.

Bild: © Zakhar Marunov/AdobeStock

Die Branchenverbände VKU und BDEW machen sich abermals für die Zuteilung der 450-MHz-Funkfrequenz an die Energie- und Wasserwirtschaft stark. Sie haben dazu einen Brief an Innenminister Horst Seehofer verfasst, der auch von namhaften Branchenunternehmen wie die Stadtwerke München, EWE, Bayernwerk, N-Ergie, Lechwerke, EnBW, TEAG, Thüga, Rheinenergie, Ingolstadt Netze und Eon unterschrieben wurde. Zuvor hatten BDEW und VKU schon einen offenen Brief an die Staatssekretäre der involvierten Ministerien geschrieben (450MHz: Energiewirtschaft bietet BDBOS Mitnutzung an).

Versorgungssicherheit von wichtiger Bedeutung

Dabei wehren sich die Unterzeichner gegen den Eindruck, dass hier rein kommerzielle Interessen der Versorgungsunternehmen den Belangen der inneren Sicherheit entgegenstünden. Das Gegenteil sei der Fall: "Eine funktionierende Energie- und Wasserversorgung ist für die innere Sicherheit in Deutschland von herausragender Bedeutung", heißt es darin.

Bei derem Ausfall oder Beeinträchtigung, seien nachhaltig wirkende Versorgungsengpäasse und erhebliche Störungen der öffentlichen Sicherheit zu befürchten. Damit wäre nicht zuletzt auch die Funktionsfähigkeit der Sicherheitsbehörden massiv beeinträchtigt. Abhilfe versprechen hier die 450-MHz-Funkfrequenzen, die auch im Schwarzfall funktionieren.

Zudem würden die Funkfrequenzen zur Steuerbarkeit dezentraler Erzeugungsanlagen sowie der dazu notwendigen Netztechnik das zentrale und entscheidende Instrument bilden.

Zusätzlicher Nutzen für E-Ladeinfrastruktur

Die Unterzeichner weisen zudem auf die  Mobilitätswende hin. Mit der Ausbreitung von Fahrzeugen mit elektrischen Antrieben gehe der Ausbau der Ladeinfrastruktur sowie deren kommunikativer Einbindung in die Steuerung der Stromnetze einher. Auch in diesem Bereich sei die 450 MHz-Frequenzen erste Wahl, um den erforderlichen Qualitätszielen gerecht werden zu können.

Vielfältige Unterstützung und Zustimmung

Eine Zuweisung der 450-MHz-Frequenzen an die Energie- und Wasserwirtschaft sei die physikalisch und wirtschaftlich sinnvollste Lösung der angesprochenen Herausforderungen, betonen die Unterzeichner.

Diese Sicht stützt auch eine Vielzahl von Gutachten und die relevanten Behörden wie das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik und die Bundesnetzagentur.

Lösungen für BOS vorhanden

Das Mitnutzungsangebot an die Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben (BOS), welches durch die BMVI-Gutachter bestätigt worden sei, sei außerdem geeignet, die deren kurzfristige Bedarfe zu decken.

Zur Deckung der mittel- und langfristigen BOS-Bedarfe erwäge die Bundesregierung demnach eine Zuweisung von Frequenzen im 600-MHz-Bereich.

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