Die Deutsche Glasfaser wollte in Gronau das Glasfasernetz ausbauen; dabei aber zuerst die ortsansässigen Stadtwerke außen vor lassen. Als diese die Verträge verletzt sahen und eine Kooperation nicht zustande kam, ließen sie den Sachverhalt rechtlich prüfen. Das OLG Hamm hat dabei zugunsten des Glasfaserunternehmens entschieden und eine einstweilige Verfügung abgelehnt. Mit der Ablehnung der Eilanträge war jedoch noch keine rechtskräftige Entscheidung darüber getroffen, ob die Deutsche Glasfaser ohne das kommunale Unternehmen das Netz ausbauen durfte.
Die Situation hat sich nun geklärt: Der Glasfaseranbieter hat sich von den Ausbauplänen verabschiedet. Wie ein Sprecher gegenüber der ZfK erklärte: "Uns fehlt die Grundlage, ein Netz auszubauen. Dazu gehören Grundstücke für die Glasfaserhauptverteiler." Die Stadt hatte entsprechende nicht zur Verfügung gestellt. Der kommunale Haupt- und Finanzausschuss hatte nach der Ablehnung der einstweiligen Verfügung beschlossen, weder eine Kooperationsvereinbarung mit der Deutschen Glasfaser abzuschließen noch Grundstücksgeschäfte mit ihr zu machen. Die Kommune sah den Rechtsstreit als noch nicht beendet, behielt sich vor, abzuwarten und neutral zu bleiben.
Auch keine Privatgrundstücke gefunden
Auch Privatgrundstücke hätten sich leider nicht in ausreichender Stückzahl gefunden. Zwar sei ein Passendes dabei gewesen, aber insgesamt wären acht gebraucht worden, so der Sprecher weiter. "Das mag man nun deuten, wie man möchte, wir deuten es aber als eindeutiges Zeichen dafür, dass die Bürger in Gronau und Epe die Glasfaserversorgung über die Stadtwerke bevorzugen", kommentiert Stadtwerke-Chef Wilhelm Drepper per Mitteilung.
Der plötzliche Rückzug des Glasfaserunternehmens verunsichert die Gronauer, die Drepper aber beruhigt: "Niemand muss sich Sorgen machen! Die Stadtwerke stehen zu ihren Ausbauzusagen für ganz Gronau und werden sich selbstverständlich auch um die Kunden kümmern, die sich im Vorfeld für das Angebot der DG entschieden hatten." Mit Einverständnis der Kunden dürfe die DG die Kundendaten den Stadtwerken zuspielen, damit diese die Kunden direkt ansprechen könnten.
In den beiden Pilotgebieten Georgschule Epe und Pestalozzischule Gronau hatte der kommunale Versorger bereits gut vorgelegt: Die Auftragsquote lag bei 70 Prozent und mit dem Ausbau wurde dementsprechend bereits begonnen. (gun)



