Strom aus frischer Luft: Trianel setzt auf Onshore-Stromerzeugung – hier der Windpark Vogelherd.

Strom aus frischer Luft: Trianel setzt auf Onshore-Stromerzeugung – hier der Windpark Vogelherd.

Bild: © Trianel

Vergangenes Jahr lag der Erneuerbaren-Anteil am Energiemix bei 38 Prozent, ein Fortschreiben der Ausbaupfade nach dem EEG 2017 würden nach Berechnungen des BDEW zu einem Anteil von 54 Prozent bis in das Jahr 2030 führen. Nicht genug in Anbetracht von angestrebten 65 Prozent: Hierfür müssten insgesamt zwischen 215 und 237 GW an EE-Leistung am Netz sein, bislang sind es lediglich rund 120 GW. Egal wie PV, Offshore Biomasse und Wasserkraft in den BDEW-Szenarien kombiniert werden – Windkraftanlagen an Land müssen deutlich stärker ausgebaut werden, sonst sieht es düster für die Energiewende aus.

Als "Warnschuss" bezeichnete der Vorsitzende der BDEW-Hauptgeschäftsführung Stefan Kapferer die zwei Szenarien, die der Verband auf Basis des Ausbaukorridors 2017 errechnet hat. Variante eins sieht vor die Lücke zum 65 Prozent-Ziel über 1/3 Wind Onshore und 2/3 PV-Freifläche zu decken. Dabei wird angenommen, dass der Solardeckel von 52 GW Bestand hat und zusätzliche Ausschreibungen für Wind an Land und PV-Freiflächen-Anlagen ab 2022 stattfinden.

Offshore und PV richten es nicht

Variante zwei sieht vor, über 104 GW der benötigten 237 GW für das 65-Prozent-Ziel rein über PV-Anlagen zu decken. Vorausgesetzt die Deckelung fällt weg und Sonderausschreibungen kommen hinzu. Zudem wird beiden Kalkulationen ein Zubau an Offshore-Leistung von 17 statt wie bislang 15 GW zu Grunde gelegt. Während Ausblick eins 77 GW Onshore als notwendig errechnet, sind es im zweiten Szenario dank des verstärkten Fokus auf Solar „nur“ gut 67 GW.

Betrachtet man den Netzentwicklungsplan müssten sogar über 85 GW an Windkraftleistung an Land zugebaut werden. In Anbetracht der aktuellen Flächenverfügbarkeit sieht der BDEW für alle Szenarien schwarz. Zwar könnte der Onshore-Ausbau bis 2030 auf 77 GW ansteigen und zwei Jahre später sogar den Peak von gut 82 GW erreichen, danach geht es allerdings rapide bergab. In den 2040er Jahren pendelt sich der Zubau bei 63,2 GW ein.

Abstandsregelungen als K.O.Kriterium

Grund hierfür sind unter anderem Abstandsregelungen von mindestens 1000 Metern zur reinen Wohnbebauung. Dementsprechend werden kaum noch „neue“ Flächen für Windturbinen ausgewiesen. Spätestens ab 2030 stehen für Neuanlagen nur noch repoweringfähige Areal bereit, so die BDEW-Hochrechnung.

Die Flächenverfügbarkeit dürfe deshalb keinesfalls weiter massiv eingeschränkt werden, mahnte Kapferer. Auch die Wirtschaftlichkeit des Erneuerbaren-Ausbaus hat der Verband unter die Lupe genommen und hierfür ein „3-Säulen-Modell“ erarbeitet. Vorgeschlagen wird neben der Umstellung von einer gleitenden auf eine „symmetrische Marktprämie“, auch die kartellrechtliche Klarstellung zur Refinanzierung von EE-Anlagen und die rechtliche Stärkung von Prosumern. (ls)

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