In einem Gespräch mit der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ)" hat der Uniper-Vorstandvorsitzende Andreas Schierenbeck die Bedeutung von Gaskraftwerken für die Versorgungssicherheit in Deutschland betont. Für Tennet will der Energiekonzern in Bayern ein neues Gaskraftwerk Irsching 6 mit 300 MW für die Netzstabilisierung bauen. Gleichzeitig bemüht sich Uniper weiterhin um die Schließung der beiden großen Gaskraftwerke Irsching 4 und 5, bei denen der wirtschaftliche Weiterbetrieb nicht gegeben sei.
In die Ausschreibung für Irsching 6 sei der Konzern wegen der gesetzlichen Förderung zum Bau von Gaskraftwerken in Süddeutschland gegangen.
Weitere Ausschreibungen laufen
Uniper ist auch an einem weiteren Standort noch "im Rennen", verrät Schierenbeck der "FAZ". "Für dieses Gebot gibt es noch keine Entscheidung. Aber das sind ohnehin nur Zwischenlösungen. Langfristig werden wir nicht an einem Kapazitätsmarkt vorbeikommen."
Grund dafür sei, dass es sich ohne staatliche Vergütung erst lohne, Gaskraftwerke zu bauen, wenn die Strompreise "so in die Höhe klettern, dass sie nicht mehr sozialverträglich sind. Das kann die Politik nicht wollen. Aber wenn wir weiterhin nichts tun, laufen wir nach dem Atomausstieg und der Abschaltung weiterer Kohlekraftwerke voll ins Versorgungsrisiko."
Kohlekraftwerk Datteln 4 kommt 2020
Das Steinkohlekraftwerk Datteln 4, von Klimaschützern kritisiert und wegen Baupannen um Jahre verspätet, soll im Sommer 2020 ans Netz gehen. "Wir machen gute Fortschritte", sagt Schierenbeck der "FAZ". "Es ist das modernste und sauberste Kohlekraftwerk, das wir in Deutschland haben und vom Kohlendioxid-Ausstoß fast mit einem Gaskraftwerk vergleichbar." Es sei ökologisch und ökonomisch die richtige Entscheidung, das Werk ans Netz zu bringen. (pm)



